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Es ist Erntezeit! Manuel Bestler    27.10.2008

Wie herrlich doch dieser frische Apfel schmeckt! Die Nachernte ist uns solch ein Segen! Ich fühlte mich ein wenig wie Ruth zu den biblischen Zeiten, als ich durch die abgeernteten Apfelplantagen ging und mich an der übrig gelassenen Ernte freute.

Wir leben zur Zeit an einem idyllischen Ort inmitten von Weinbergen und Apfelplantagen. Erst kürzlich kam der Tag der Ernte und all die Reben wurden abgeerntet und die auch die Äpfel wurden in grossen Kisten zusammengebracht um etwas später zur Weiterverarbeitung abtransportiert zu werden. Es ist Brauch hier, dass die Dorfbewohner nach der offiziellen Ernte die übrig gebliebenen Weintrauben und Äpfel für sich selbst ernten dürfen.

Von meinem Büro aus sehe ich direkt auf den nächsten Weinberg und so verfolgte ich am Tag der Ernte, wie ein paar wenige Winzerinnen den ganzen Weinberg durchkämmten und alles abernteten. Dabei war ich beeindruckt wie schnell und eifrig die wenigen Frauen sich durch die Reihen arbeiteten und so die Ernte einbrachten. Als ich darüber nachdachte, erinnerte mich der Herr an das Wort aus Lukas 10,2, als Jesus sprach: “Die Ernte zwar ist gross, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte“.

Ungefähr zwei Wochen nach der Ernte, führte ich unseren Hund spazieren durch die abgeernteten Apfelplantagen. Dabei pflückte ich mir noch ein paar schöne Äpfel aus einer der abgeernteten Reihen. Doch als ich mich genauer umschaute, da erschrak ich zutiefst! Da lagen so viele Äpfel am Boden. Da waren so viele Äpfel vertrocknet und verfault noch am Zweig. Da waren so viele Äpfel reif übrig gelassen. Es zerbrach mein Herz! „Herr“, schrie ich noch in den Plantagen! Lass uns die Ernte nicht so übersehen! Herr, schicke Arbeiter in deine Ernte! Herr, schicke Arbeiter in deine Ernte!

Wie oft sind Menschen ohne Hoffnung, ohne Zuversicht, ohne ein Lächeln im Gesicht? Wie oft sind Menschen verzweifelt, ungeliebt und mit einem Schrei nach Hilfe in ihren Herzen? „Schaut, die Felder sind reif zur Ernte!“. „Doch wen kann ich senden?“, fragt der Herr. Die Ernte wird sonst zugrunde gehen. Die Früchte werden noch am Zweig verfaulen. Die Verlorenen werden verloren bleiben.

Es braucht nicht viel. Wenn du nur dem Herrn heute neu deine Bereitschaft gibst, dich ihm zur Verfügung stellst und sagst: „Hier bin ich! Bereit, in die Ernte zu gehen. Führe mich und gebrauche mich wie du möchtest.“. So kann der Herr der Ernte mehr dieser wunderbaren Ernte einbringen.

Gott hat dich geschaffen in wunderbarer Einzigartigkeit. Du bist für ihn ein Werkzeug wie kein anders. Und du kannst in dieser herrlichen Ernte mithelfen, dass sie zur Fülle und mit viel Freude eingebracht wird!


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